History

Bereits Ende der 80er Jahre gab es auf dem Aschberg erste astronomische Tätigkeiten von Axel Herfurth, der dort mit seinem 8 Zoll Newton Beobachtungen am Sternenhimmel machte. So erwähnte er 1991 in der Gesellschaft für volkstümliche Astronomie (GvA) Gruppe Kiel hin und wieder den Aschberg, und dass er sich letzte dort mal wieder eine Nacht um die Ohren geschlagen hat.

Das blieb auch nicht Mario Lehwald verborgen, einem damals noch neuen Mitglied in der Kieler GvA. Aber wo war der Aschberg eigentlich? Er nahm sich eine Karte und sah nach. An einem schönem Früherbstabend Anfang September 1991 fuhr er selber dort hin, um diesen Ort selber kennenzulernen. Leider war der Himmel recht diesig, aber es reichte um einen schönen roten Sonnenuntergang zu fotografieren.


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Sonnenuntergang auf dem Aschberg am 2. September 1991
© Mario Lehwald


Einige Tage später war die Luft dagegen richtig klar, und so fuhr Mario abermals zum Aschberg, um den Sternenhimmel dort in voller Pracht zu erleben. Allerdings waren nach seiner Ankunft dort tiefe Wolken aufgezogen. Auf der Rückfahrt wenige Kilometer vom Aschberg entfernt klarte der Himmel plötzlich wieder auf. Er fuhr einen Seitenweg rein und stand anschließend unter einem eindrucksvollen Sternenhimmel. Die Milchstraße spannte sich über den Himmel und bettete das Sternbild Cassiopeia richtig ein.

Im weiteren Verlauf fuhr Mario öfter zum Aschberg um dort Fotoserien von Sonnenuntergängen und Abenddämmerungen zu machen, oder um mit seinem erst kürzlich erworbenen 8 Zoll Newton zu beobachten. Letzteres geschah auch einige Male in Gesellschaft mit Axel Herfurth. An diesen Abenden entstanden auch einige Astrofotoversuche.


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Beobachtungsnacht auf dem Aschberg am 22. August 1992
Mario Lehwald und Axel Herfurth fotografierten den Nordamerikanebel
mit 135 mm Teleobjektiv und einer am 8 Zoll Newton nachgeführten Kamera
© Mario Lehwald


Nach Mitte der 90er Jahre fuhr Mario öfter mit Torsten Rahn, einen weiteren sehr aktiven Mitglied der Kieler GvA, zum Aschberg hinauf um dort gemeinsam zu beobachten. Im März 1997 entstanden von ihm auch schöne Fotos des Kometen Hale-Bopp, die er ohne Nachführung mit einer Spiegelreflexkamera auf einem Stativ aufnahm.

Ende der 90er Jahre entdeckte Armin Quante, ein weiterer Hobbyastronom, den Aschberg als idealen Beobachtungsplatz. Mit seinem 18 Zoll Dobson hatte es ihm vor allem die Beobachtung ferner Quasare angetan.


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Astrofotos auf dem Aschberg
Der Komet Hale-Bopp im März 1997 (links)
Der große Wagen im Juli 1999 (rechts)
© Mario Lehwald


Im Jahr 2001 traf sich das erste Mal eine kleine Beobachtergruppe auf dem Aschberg. Später kamen über Bekanntschaften und Internet-Foren weitere Beobachter dazu. Schließlich wurde eine Mailingliste eingerichtet, die sogenannte Aschberg Connection Alarmliste. Bei gutem Wetter schickte jemand eine Mail an die Liste, dass er abends zum Aschberg fährt und löste damit den sogenannten Aschberg-Alarm aus. So entstanden oft spontane Beobachtungstreff auf dem Aschberg.

Im Jahr 2002 wurde während einer Beobachtungsnacht auf dem Aschberg die Idee entwickelt, dort oben ein Teleskoptreffen zu veranstalten. Zuerst war es nur eine Idee, aber diese wurde dann im April 2003 Wirklichkeit. Der April bietet mit die größte Chance auf wolkenlosen Himmel. So fand am Wochenende zwischen dem 25. und 27. April 2003 das erste Aschberg-Frühjahrs-Teleskoptreffen statt, wie es genannt wurde.


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Nachtimpression vom AFT
© Mario Lehwald


Auf diesen ersten Teleskoptreffen auf dem Aschberg, das von Armin Quante organisiert wurde, war auch ein mobiles Planetarium von Mike dabei. Die Teleskope und Zelte wurden auf dem Sportplatz aufgebaut. Das Wetter war im Bereich eines kleinen Randtiefs leider nicht sehr gut. Es war bedeckt und am Samstag, dem 26. April kam am späten Abend überraschend ein schwerer Sturm auf, der den Zelten schwer zusetzte.

Neben den Teleskopen und Beobachten gab es auch Vorträge, die in der Jugendherberge stattfanden. Und Bernd Schatzmann spielte abends oft auf seiner Gitarre.


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Auf dem AFT 2006
© Mario Lehwald


In dieser Weise liefen auch die weiteren Teleskoptreffen in den folgenden Jahren ab. Es kamen meist um die 100 Teilnehmer. Besonders das AFT im April 2007 und 2011 bescherte uns das gesamte Wochenende über klaren Himmel und bestes Wetter, und so wurde ausgiebig beobachtet. Der dunkle Himmel eignet sich besonders zur Beobachtung von Galaxien, die am Frühlingshimmel besonders zahlreich vertreten sind. In den großen Spiegelteleskopen mit bis zu 30 Zoll Öffnung erlebte man Spiralgalaxien wie M 51 wie auf Fotos und kann die Spiralarme live im Okular erkennen!


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Auf dem AFT 2007
© Mario Lehwald


Bereits im Jahr 2010 sind Pläne beschlossen worden, auf dem Aschberg ein Hotel und ein Aussichtsturm zu errichten. Die Bauarbeiten sollten im Frühjahr 2012 beginnen, ausgerechnet zum 10. AFT. Axel Herfurth kümmerte sich bereits um einen Ausweichort an der Eider, aber dann gab es eine Überraschung: Die Geschäftsführung des geplanten Hotels meldete sich beim Organisator des AFT und gab bekannt, dass die Bauarbeiten etwas später im Mai beginnen und dass das Gelände im April zum 10. AFT noch genutzt werden kann! Somit konnte das 10. AFT doch noch stattfinden. In der Nacht auf Sonntag klarte der Himmel auf. Armin Quante schrieb später:

"Ich ging langsam über den Platz und nahm die schöne Stimmung auf. Mit den Gedanken noch mal über die vergangenen AFT-Jahre schweifend, lauschte ich den Klängen von Bernd, der einen Song von Sting auf der Gitarre begleitete - und über uns die Sterne..."


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Der Sternenhimmel mit der Milchstraße auf dem AFT 2012
© Mario Lehwald


Im Mai 2012 begannen die Bauarbeiten. Der westliche Teil des Sportplatzes wurde umgestaltet und auf dem Berggipfel wurde die Globetrotter-Lodge und der Aussichtsturm gebaut. Die Hotelzimmer wurden am Nordhang in den Berg gebaut.


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Beginn der Baumaßnahmen im Mai 2012
© Mario Lehwald


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Der Aschberg während der Baumaßnahmen im März 2013
© Mario Lehwald


Im April 2013 gab es wegen der Bauarbeiten kein AFT. Nach der Fertigstellung des Hotels und des Aussichtsturmes war eine Straßenbeleuchtung installiert worden. Auch der Aussichtsturm war beleuchtet und die Bedingungen für eine weiteres AFT schienen nicht mehr günstig, da dort oben nun alles hell beleuchtet war. Daher gab Armin Quante, der ehemalige Organisator des AFT bekannt, dass er aus diesem Grund kein Teleskoptreffen mehr starten wolle. So gab es auch im folgendem Jahr 2014 kein AFT.


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Der Aschberg nach Fertigstellung der Baumaßnahmen
Hotel und Aussichtsturm (links) und bei Nacht (rechts)
© Mario Lehwald


Im Jahr 2014 machten einige Mitglieder der GvA Kiel einen Versuch, das AFT wieder neu zu beleben. Es gab erste Gespräche mit der Geschäftsführung der Globetrotter-Lodge auf dem Aschberg. Dabei wurde erkennbar, dass diese ein Interesse an einer Fortführung des AFT auf dem Aschberg hatte. Es wurde der Termin 17. bis 19. April 2015 für das nächste AFT festgemacht. Weiterhin wurde verhandelt, dass die Beleuchtung des Aussichtsturmes und die Straßenbeleuchtung an dem geplanten des Treffens abgeschaltet wird. Und für die Beleuchtung der Treppe zu den Hotelzimmern sollten die weißen Lampen gegen rote ausgetauscht werden.


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Treffen im März 2015 auf dem Aschberg
mit der Geschäftsführung von Globetrotter
© Mario Lehwald


So wurde das AFT wieder neu geboren und am Wochenende vom 17. bis 19. April 2015 kamen viele Teilnehmer mit ihren Teleskopen. Die Nacht von Freitag auf Samstag war abgesehen von einigen durchziehenden Wolkenfeldern gegen Mitternacht klar. Bei der ab 22 Uhr abgeschalteten Beleuchtung waren die Verhältnisse quasi wie früher und es wurde ordentlich beobachtet. In der Nacht auf Sonntag zogen leider Wolken auf.


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Das AFT vom 17. bis 19. April 2015
© Mario Lehwald


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Sternenhimmel auf dem AFT 2015 in der Nacht auf den 18. April
© Carsten Jonas


So war das neu belebte AFT 2015 ein voller Erfolg gewesen. Wir hoffen, dass dieses traditionelle Treffen auch in der Zukunft in gewohnter Weise stattfinden kann.

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