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Der Komet Hyakutake

Der Komet Hyakutake war im Frühjahr 1996 eine imposante Erscheinung am unseren Himmel! Während dieser Zeit hatten wir viele in Erinnerung bleibende Beobachtungen gemacht.



Fotos von Hubert Paulus

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Der Komet Hyakutake

Dieser Text ist im März 1996 geschrieben und in der Originalfassung erhalten worden.

Während Sternfreunde in aller Welt sehnsüchtig auf den Kometen Hale-Bopp warten, der im Frühjahr 1997 seine größte Helligkeit erreichen soll, hatte am 30. Januar 1996 der japanische Amateurastronom Yuji Hyakutake einen Kometen entdeckt, der bereits im März 1996 ein eindrucksvolles Objekt am Kieler Himmel sein könnte. Zumindest außerhalb des Stadtgebietes stehen die Chancen nicht schlecht, daß man Hyakutake sogar mit dem bloßen Auge sehen können wird.

Kometen haben einen meist ein bis zehn Kilometer großen Kern, der aus Eis, Staub und Gestein besteht. Diesen Kern kann man mit einem riesigen »schmutzigen Schneeball« vergleichen. Wenn sich ein Komet in großer Entfernung von der Sonne befindet - was während des größten Teils seiner Bahn der Fall ist -, bleibt der Kometenkern inaktiv und dunkel.

Ende März nähert sich Hyakutake bis auf 15 Millionen Kilometer der Erde und erreicht am 1. Mai mit 34 Millionen Kilometern seine geringste Entfernung zur Sonne. Das Sonnenlicht wird den Kometenkern dann aufheizen, so daß dieser an der Oberfläche zu verdampfen beginnt. Dadurch bildet sich um den Kern eine riesige Koma aus Gas und Staub, welche einen Durchmesser von mehreren hunderttausend Kilometern erreichen kann. Schließlich führt der Sonnenwind, ein Strom von der Sonne ausgehender geladenener Teilchen, dazu, daß sich ein Schweif bildet. Der Schweif von Hyakutake kann durchaus 20 bis 40 Grad Länge erreichen, allerdings dürfte er sich nur schlecht gegen den aufgehellten Himmel abheben.


Beobachtungen am 26. und 27. März 1996

Heute Nacht (26. auf 27. März) war für Kiel die Nacht der Nächte: Endlich war es einmal nicht neblig sondern klar bis zum Horizont. Als dann kurz vor halb drei der Mond unterging, war es noch beeindruckender. Außerhalb Kiels (von Blumental aus) konnte man einen etwa 50 Grad langen Schweif erkennen. Die Koma ist irrsinnig hell und sicher mit -1 Größenklasse zu veranschlagen. Der Refraktor in Kronshagen zeigte deutliche Strukturen in der Koma, man sah Bögen und einzelne schmale Schweife aus dem hellen Kernbereich herausragen!

© Stefan Jordan 1996




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