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Deep-Sky - Blick in die Tiefen des Raumes

Deep-Sky heißt soviel wie "Tiefer Himmel". Gemeint sind damit Objekte außerhalb unseres Sonnensystems. Es handelt sich um Sternhaufen, Nebel und Galaxien. Deep-Sky übt bei vielen eine große Faszination aus, da wir hier in die Tiefen unserer Milchstraße und des Kosmos schauen. Man braucht für ihre Beobachtung eine sehr dunklen Himmel, weitab von dem Licht der Städte und ohne Mondlicht. Schon mit einem Feldstecher kann man so einiges beobachten, aber am besten eignet sich ein lichtstarkes Spiegelteleskop. Man unterscheidet folgende Objekte:



Offene Sternhaufen

Plejaden Schon mit einem Fernglas erkennt man viele Stellen am Himmel, wo die Sterne sich zu auffälligen Haufen konzentrieren. Solche Formationen nennt man offene Sternhaufen, weil das Erscheinungsbild hier locker, also »offen« ist. Die Sterne eines offenen Sternhaufens stehen auch räumlich zusammen.

Das bekannteste Beispiel für einen offenen Sternhaufen sind wohl die Plejaden im Sternbild Stier. Schon mit dem bloßem Auge kann man 6 oder 9 Sterne erkennen. Im Fernglas werden es schon an die 30 sein und in einem kleinen Teleskop kann man schon etwa 60 Sterne erkennen! Viele offene Sternhaufen sind allerdings weiter weg als die Plejaden. Viele erscheinen daher im Fernglas als matte Lichtfleckchen und lassen sich erst im Fernrohr in einzelne Sterne auflösen.


M 37 Das Erscheinungsbild offener Sternhaufen ist sehr unterschiedlich. Einige bestehen nur aus einem Dutzend Sterne, andere vereinigen einige Hundert Sterne in sich. Dann gibt es wieder Haufen wo die Sterne sehr weiträumig verteilt sind; andere sind dagegen recht stark konzentriert. Insgesamt sind heute etwa 1200 offene Sternhaufen in unserer Milchstraße bekannt. Die Astronomen schätzen ihre wahre Anzahl aber auf etwa 10.000.


Oben: Die Plejaden M 45,
unten: M 37 im Fuhrmann



Kugelsternhaufen

M 107 Im Gegensatz zu den offenen Sternhaufen stehen die Kugelsternhaufen. Hier sind Sterne auf einen kugelförmigen Raum konzentriert. Auch stehen die Kugelsternhaufen nicht in der Milchstraße, sondern am Rande dieser. Sie umgeben die Milchstraße wie eine Hülle. Daher sind die Kugelsternhaufen auch erheblich weiter weg als die offenen - Ihre Entfernungen liegen bie 10.000 bis 150.000 Lichtjahre!

Der hellste Kugelsternhaufen am Nordhimmel ist M13 im Sternbild Herkules. Unter durchschnittlichen Bedingungen kann man ihn auf jeden Fall schon mit einem kleinen Fernglas als unscharf erscheinenden Stern sehen. In einem kleinen Fernrohr erscheint er als matter Lichtball; bei höherer Vergrößerung werden die Randpartien in Einzelsterne aufgelöst. In einem Fernrohr ab 15 bis 20 cm Öffnung bietet M13 bei mondloser dunkler Nacht einen eindrucksvollen Anblick!


M 13 Auch mit den größten Teleskopen lassen sich nur die Randbereiche der Kugelsternhaufen in Einzelsterne auflösen. Das Zentrum bleibt immer diffus. Obwohl der Schein hier etwas trügt stehen die Sterne auch im Zentrum noch einige Lichtmonate weit auseinander; nur ihre gewaltigen Entfernungen lassen sie von uns aus gesehen zu einem diffusen Licht verschmelzen!


Oben: M107,
unten: M 13 im Herkueles



Gas- und Staubnebel

M 42 Zwischen den Sternen ist der Raum in unserer Milchstraße nicht leer, sondern angefüllt von Gas- und Staubmassen. Diese bestehen aus Wasserstoff und Helium. Aus solchen Gaswolken werden die Sterne geboren. Daher sind meist helle junge Sterne in der Nähe solcher Gaswolken. Durch die UV-Strahlung der jungen Sterne werden diese Gaswolken zum Leuchten angeregt.

Der bekannteste Gasnebel am nördlichen Sternenhimmel ist wohl der große Orionnebel M42 unterhalb der drei Gürtelsterne im Sternbild Orion. Auf jeden Fall ist er in einem Feldstecher als matter Lichtfleck erkennbar. In einem Teleskop ab 15 cm Öffnung wird der Nebelwolkencharakter deutlich sichtbar. Besonders in dunkler mondloser Nacht hat man hier einen eindrucksvollen Anblick!


NGC 7000 Farben kann man aber visuell nicht erkennen. Diese kommen nur auf langbelichteten Fotografien heraus, wo das schwache Licht solcher Gaswolken über Zeit auf dem Film gesammelt wird. Wenn überhaupt, dann erkennt man im Teleskop bei den helleren Objekten eine schwach grünliche Färbung, da unser Auge nachts besonders in diesem Bereich sehr lichtempfindlich ist.

Die ganze Pracht der Gasnebel kommt erst auf langbelichteten Fotografien heraus. Sofern es sich um Farbfilmen handelt, kommt dann auch die meist rötliche Färbung sehr schön heraus. Viele Gasnebel sind sehr groß und haben eine sehr geringe Flächenhelligkeit. Daher sind nur nur sehr schwer zu beobachten. Am besten geeignet sind hierfür möglichst kurzbrennweitige Spiegelteleskope mit größer Öffnung und dunkelster Himmel. Es gibt auch spezielle Nebelfilter die dann besonders die Spektrallinien dieser Nebel durchlassen und alles andere wegfiltern was die Kontraste erheblich steigern kann. Einige Gasnebel sind so schwach, das man sie visuell überhaupt nicht sehen kann, sondern nur auf langbelichteten herauskommen.


Oben: Der Orionnebel M 42,
Unten: Der Nordamerikanebel



Dunkelnebel

Pferdekopfnebel Neben den leuchtenden Gasnebeln gibt es auch solche, die nicht leuchten sondern dunkel erscheinen und das Licht der dahinterliegenden Stern verschlucken. Wer mit einem Feldstecher in dunkler mondloser Nacht auf dem Lande einmal die Milchstraße durchmustert, wird immer wieder auf Stellen mit auffälligen Sternleeren stoßen. Es sieht aus, als ob der Himmel dort Löcher hätte. Tatsächlich handelt es sich um dunkle Gas- und Staubwolken.

Bekannte Dunkelnebel findet man im Sternbild Schwan oder im Schützen, der bei uns aber schon recht tief steht. Ein sehr bekannter Dunkelnebel ist der Pferdekopfnebel im Sternbild Orion. Visuell ist er aber nur sehr schwer zu sehen; dazu braucht man schon eine tiefschwarze Hochgebirgsnacht und ein Teleskop mit mindestens 25 cm Öffnung. Auf langbelichteten Fotografien kommt er dagegen sehr gut heraus.


Oben: Der Pferdekopfnebel im Orion



Planetarische Nebel

M 57 Hier handelt es sich um Gashüllen die alte Sterne in den Weltraum abgestoßen haben. Am bekanntesten ist wohl der Ringnebel M57 im Sternbild Leier. In kleineren Teleskopen bis 10 cm Öffnung erscheinen diese Objekte als fahle runde Lichtscheibchen. Da sie ähnlich wie die Planetenscheibchen aussehen, hat man ihnen den Namen planetarische Nebel gegeben, obwohl sie mit den Planeten überhaupt nichts zu tun haben.


M 27 Teleskope ab 15 bis 20 cm Öffnung versprechen zumindest bei den hellsten planetarischen Nebel einen gewissen Erfolg bei der Beobachtung. Man kann teilweise die Form des Gasringes erkennen und die dunkle Stelle in der Mitte. Die dazugehörigen Zentralsterne haben aber meist eine Helligkeit von 14. Größe und weniger und sind daher nur sehr schwer zu beobachten. Hierzu braucht man schon größere Teleskope ab 30 cm Öffnung und aufwärts.


Oben: Der Ringnebel M 57 in der Leier,
Unten: M 27



Galaxien

M 74 Galaxien sind ferne Sternensystem wie unsere Milchstraße auch eines ist. Wer einmal mit einem Feldstecher über dem mittleren Stern im Sternbild der Andromeda schaut, wird bald einen schwachen nebligen Lichtfleck finden. Das ist der berühmte Andromedanebel. Es ist die uns am nächsten liegende Milchstraße, gewissermaßen unsere Nachbargalaxie in 2.5 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Aber auch mit großen Teleskopen wird man bei fernen Galaxien kaum mehr sehen als ein nebliges Lichtfleckchen. Teleskope ab 40 cm Öffnung lassen bei einigen hellen Galaxien die Spiralstruktur erahnen. Trotzdem ist es recht reizvoll einmal Galaxien die hunderte von Millionen Lichtjahren entfernt stehen, einmal am Himmel aufzusuchen!


M 33 Erst langbelichtete fotografische Aufnahmen vermögen die wahre Pracht der fernen Sternensystem aus dem Dunkeln zu zaubern. Dabei erkennt man die unterschiedlichen Formen der Galaxien: Es gibt elliptische, spiralförmige und welche die in der Mitte einen länglichen Kern haben, sogenannte Balkenspiralen. Da wir jede Galaxie unter einen anderen Blickwinkel sehen, ergibt sich ein gewaltiger Formenreichtum. Bei einigen Spiralgalaxien sehen wir direkt senkrecht auf ihre Scheibe und können dann ihre spiralförmigen Arme bewundern, die ihre Leuchtkraft von Millionen von Sternen erhalten. Andere Galaxien sehen wir von der Seite; sie erscheinen uns dann als ein schmaler Streifen mit einer Verdickung in der Mitte. Eine solche Verdickung in der Mittel besitzt jede Spiralagalaxie.

Bis heute sind hunderttausende von Galaxien kartografiert worden. Ihre Anzahl im Universum geht in die Millionen. Wie man heute weiß stehen Galaxien in sogenannten Galaxienhaufen zusammen. Ein naher Haufen ist der große Virgo-Galaxienhaufen im Sternbild Jungfrau. Er enthält einige Tausend Galaxien von denen schon mit einem Teleskop von 20 cm Öffnung einige Dutzend gesehen werden können.


Oben: Die Spiralgalaxie M 74,
Unten: Die Spiralgalaxie M 33 im Dreieck



Was ist bei der Beobachtung zu beachten?

Folgende Punkte sollten beachtet werden:


© Text von Mario Lehwald, 2002




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