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Die GvA-Gruppe Kiel

Die Kieler Gruppe ist eine Ortsgruppe der GvA Hamburg. Die Mitglieder kommen aus Kiel und der Umgebung. Die Kieler Gruppe ist rechtlich kein eigenständiger Verein und finaziell nicht selbständig. Wir haben in Kronshagen zwei Sternwarten, die von uns betreut werden. Eine weitere Sternwarte gibt es auf dem Dach der Fachhochschule Kiel auf dem Ostufer, die von Mitgliedern des Mediendoms betreut wird.

Im Winterhalbjahr von Oktober bis März bieten wir je am Mittwoch in den beiden Sternwarten in Kronshagen Beobachtungsabende an. Bei bedecktem Himmel gibt es im Astrokabinett von Hubert Paulus einen Klönschnack, wo öfter Kurzvorträge über astronomische Themen gehalten werden, oder Hubert Paulus zeigt interessierten Besuchern den Sternenhimmel unter seinem Planetarium.

Die GvA Gruppe Kiel existiert schon seit Anfang der 70er Jahre. 1998 schrieb Stefan Jordan, langjähriges Mitglied und früherer Leiter der GvA Gruppe Kiel, der auch die Zeit der Gründung miterlebt hat, einen Artikel für unsere Vereinszeitschrift der "Sternkieker".


Die Geschichte der GvA-Gruppe Kiel

Ein Artikel für unsere Vereinszeitschrift "Sternkieker" (4/98)
geschrieben von Stefan Jordan

Einer der Kondensationskeime für die Bildung einer Kieler Gruppe der GvA war ein Fernrohr: Das Newton-Teleskop mit 225 mm Spiegeldurchmesser und einer Brennweite von 1780 mm, welches im Jahre 1973 seit mehreren Jahren unbenutzt in einer Kuppel auf dem Dach der Fachhochschule für Technik in Kiel an der Ecke Knooper Weg und Legienstraße stand.

Eberhard Riedel, der später mehr als ein Dutzend Jahre Leiter Kieler Gruppe der GvA war, wurde auf das unbenutzte Fernrohr aufmerksam und erhielt von der Fachhochschule die Genehmigung, sich darum zu kümmern. Zusammen mit Dirk Arnhold und Bodo Wiebers machte er sich an die Arbeit, das Gerät und die Kuppel wieder in Stand zu setzen. Durch die jahrelange Nichtbenutzung waren Kuppelwand und Instrument stark vom Rost angegriffen. Im Sternkieker 4/1974 kann man die Einzelheiten der umfangreichen Sanierungsarbeiten nachlesen.



In diesem Artikel von Bodo Wiebers ist auch zum ersten Mal die Rede von der Kieler GvA-Gruppe um den damaligen Planetariumsleiter Werner Mewes. Auch im Adressenteil des Sternkiekers tauchte die GvA-Gruppe Kiel damals bereits auf.


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Der langjährige Leiter der Kieler Gruppe, Eberhard Riedel, war einer der ersten in Deutschland, der mit Hilfe von selbstgeschriebenen Computerprogrammen die Position der Himmelskörper auf Heimcomputern berechnete (hier mit zwei Apple II kompatiblen Computern)
© Hubert Paulus


Ich selber hatte zwar 1972 im Alter von zwölf Jahren einen Volkshochschulkurs (übrigens zusammen mit Bodo Wiebers) besucht und war danach auch in der sogenannten »Expertenrunde« des Planetariums tätig. Aber da ich meinen astronomischen Schwerpunkt noch in der Astro-AG der Hebbelschule in Kiel hatte (zu der ich ca. 1971 stieß, nachdem Eberhard Riedel diese als Unterprimaner ca. 1971 einige Jahre nach dem Weggang von Herrn Mewes von dieser Schule wieder ins Leben gerufen hatte) bin ich erst am 1.1.1978 offiziell GvA-Mitglied geworden. Bis Ende 1977 hatte die GvA-Gruppe bereits 20 Mitglieder. Die hauptsächlichen Aktivitäten waren Beobachtungen in der Sternwarte und Treffen mit Vorträgen über Themen der theoretischen und praktischen Astronomie. Es gab sogar vor den eigentlichen Treffen Sonderveranstaltungen, wie z. B. ein von Norbert Zacharias gehaltener Kurs über Sphärische Trigonometrie. Die Veranstaltungen fanden zunächst vierzehntäglich und ab Mitte 1977 wöchentlich statt.


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Mit dieser Sternwarte auf der Fachhochschule für Technik im Knooper Weg fing alles an
© Bodo Wiebers


Es bildeten sich kleine Arbeitsgruppen, die sich zum Beispiel mit der Astrofotografie (unter Anleitung von Bodo Wiebers), der Durchmesserbestimmung der Jupitermonde (nach einer von Norbert Zacharias entwickelten Methode, siehe Sternkieker 3/77) beschäftigten.

Schon damals gehörten zur Kieler Gruppe nicht nur Sternfreunde aus der Landeshauptstadt selbst, sondern auch Amateure aus anderen Teilen Schleswig-Holsteins, vor allem aus Eckernförde und Lübeck.

Seit 1979 begann die Kieler GvA, sich verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit zu widmen, indem sie alle vierzehn Tage einen »Beobachtungsabend« im Schrevenpark angeboten hat. Besonders Interessierte wurden dann für die darauf folgende Woche in die Sternwarte der FHS selbst eingeladen. Einige Zeit später fanden dann alle Beobachtungsabende für die Öffentlichkeit in der Sternwarte statt. Der Andrang war schon damals ziemlich groß. Nach meiner Erinnerung kamen regelmäßig zwischen 10 und 30 Besucher.


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GvA-Ausstellung auf dem Kieler Umschlag 1979
© Bodo Wiebers


Ein weiterer Höhepunkt für die Kieler Sternfreunde war 1979 der Bau einer Volkssternwarte auf dem Gelände der Realschule Kronshagen durch Hubert Paulus. Er hatte die Idee, seinen im Jahr zuvor fertiggestellten 15cm-Refraktor der Allgemeinheit zugänglich und diese Idee der Gemeinde Kronshagen schmackhaft zu machen. Die Kosten für die Gemeinde Kronshagen wurden aber ganz wesentlich dadurch reduziert, daß auch die Kuppel von 3,70 m Durchmesser von Hubert Paulus im Eigenbau hergestellt wurde.

Diese Sternwarte stellte sich auch als Rettung heraus, als die alte Sternwarte auf der FHS 1989 abgebaut wurde. Die bis dahin städtische Fachhochschule war inzwischen in den Besitz des Landes übergegangen. Eine Sanierung der Räumlichkeiten sollte einhergehen mit dem Wiederaufbau eines Schrägdaches, welches das Gebäude schon bis zum Kriege geziert hatte. Es bestand jedoch Einvernehmen mit der Fachhochschule darüber, daß auf dem neuen Dach an gleicher Stelle eine neue Sternwarte errichtet werden sollte. Eine Plattform entstand, und auch ein Teleskop (ein 20cm-Schaer-Refraktor) sowie eine Kuppel (beides von Firma Baader) wurden gekauft. Eine wesentliche Verbesserung der Beobachtungsmöglichkeiten deuteten sich an, bis ..., ja, bis ein freundlicher Anwohner in der Legienstraße nachwies, daß das Schrägdach etwas höher gebaut worden war, als es vor dem Kriege war. Möglicherweise könnte ihm das ein paar Minuten Sonne täglich rauben, und so erreichte er zweimal eine einstweilige Verfügung gegen den Weiterbau. Insgesamt ruhten die Baumaßnahmen zwei bis drei Jahre. Schließlich endete der Rechtsstreit in einem Vergleich --- mit der Folge, daß die Sternwarte auf dem Gebäude nicht gebaut wurde, deren Teleskop und Kuppel längst bezahlt bei Fa. Baader in München lagerten.

Wir wichen mit unseren Beobachtungsabenden wieder in den nahegelegenen Schrevenpark aus, ganz sicher keine optimale Lösung; ein Vorteil war höchstens, daß im Laufe eines Abends auch zufällige Spaziergänger einen Blick durch unsere mitgebrachten Fernrohre werfen konnten. Zu besonderen Anlassen, wie etwa einer Mondfinsternis kamen, schon einmal 200 Personen zusammen.


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Treffen der aktiven GvA-Gruppe am 24. Juni 1992 auf der Kieler Woche
Von links: Uwe, Gloria, Henning, Günter (leider verstorben) und Stefan
© Mario Lehwald


Dennoch waren Beobachtungsabende in einer Sternwarte eine bessere Lösung. Nach einer Übergangszeit, wo wir sowohl in Kronshagen als auch im Schrevenpark Beobachtungsabende anboten, haben wir diese jetzt vollständig in die dortige Sternwarte verlagert. Der Nachteil, daß Kronshagen etwas weniger zentral gelegen ist, wurde durch den deutlich besseren Sternenhimmel mehr als wett gemacht. Außerdem bietet der von Hubert Paulus aufgebaute Astro-Raum mit zahlreichen Modellen und einem »Regenschirm-Planetarium« auch einen Anreiz bei schlechtem Wetter. Besondere Höhepunkte der letzten Jahre stellten natürlich die zahlreichen Extra-Veranstaltungen zur Beobachtung der Einschläge des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter und natürlich der Massenandrang wahrend der Sichtbarkeit der Kometen Hyakutake und Hale-Bopp dar.

Zu besonderen Anlässen haben wir in Kiel natürlich auch Beobachtungen an anderen Orten organisiert, wie z. B. Sonnenfinsternisbeobachtungen am Ufer von Laboe oder an der Uferpromenade der Kiellinie.

Auch im Bereich der Vortragsveranstaltungen entwickelte sich die GvA im Bereich Öffentlichkeitsarbeit immer weiter. Zwar hatten wir von Beginn an immer mal wieder interessierte Gäste, die sich für ein bestimmtes Thema unserer Referate interessierten. Unsere regelmäßigen Vortragsangebote auch für die Öffentlichkeit starteten wir erst richtig mit dem (Nicht-)Auftauchen des Kometen Halley 1985. Aus diesem Anlaß boten wir öffentliche Vortrage an. Im Laufe der Jahre kam es dann soweit, daß wir inzwischen alle unsere Vortrage öffentlich anbieten und auch ein beachtliches Publikum erreichen (15-120 Besucher). Dies ist natürlich nur dadurch möglich, daß sich neben Kieler GvA-Mitgliedern auch immer wieder »Auswärtige« zu Vorträgen bereit fanden: Sternfreunde aus Hamburg, Lübeck, Stade oder Aabenraa in Dänemark oder Kollegen von mir aus der Kieler Universität. Zusammen mit den Beobachtungsabenden hat dieses Angebot vor allem in den letzten zwei bis drei Jahren dazu geführt, daß immer mehr »Gäste« auch Mitglied in der GvA geworden sind (zur Zeit gibt es etwa 75 GvA-Mitglieder aus Kiel und Umgebung), darunter auch viele aktive.


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So anschaulich können öffentliche Vorträge bei der GvA in Kiel sein: Bernd Schatzmann (rechts) aus Aabenraa in Dänemark macht am 30. April 1997 die Bahn des "Marathon-Kometen" Hale-Bopp begreiflich
© Bernd Freytag


Zum Interesse an der GvA haben vielleicht auch eine Reihe von Präsentationen der Kieler Gruppe geführt (z.T. zusammen mit dem Kieler Planetarium), z. B. mehrere Ausstellungen in Apotheken oder Infotische während des »Kieler Umschlag«, einem Stadtfest im Februar.


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Der GvA-Stand auf dem Kieler Umschlag 1997 im Saal des Rathauses
© Mario Lehwald


Diese aktiven Mitglieder werden wir auch brauchen, denn es gibt einige neue und erfreuliche Neuigkeiten: Doch eine neue Sternwarte der Fachhochschule und eine zweite Sternwarte in Kronshagen!

Die verschiedenen Bereiche der Fachhochschule in Kiel werden nach und nach auf einen neuen Campus auf dem Ostufer im Kieler Stadtteil Dietrichsdorf verlagert. Auf dem Dach eines sanierten Hochhauses ist vor drei Jahren die viele Jahre zwischengelagerte Sternwarte aufgebaut worden (siehe dazu auch den Artikel von Björn Voß im Sternkieker 4/98).


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Das GvA-Programm vom 4. Quartal 1990, Vorder- und Rückseite.
Zum Vergrößern anklicken!
© Stefan Jordan


Inzwischen sind die Baumaßnahmen am Gebäude abgeschlossen worden, und auch erhebliche Probleme mit der Schwingungsübertragung zur Sternwarte sind deutlich vermindert worden.

Am Mittwoch, dem 29. April 1998, erfolgte dann auch der erste Vortrag in dem unterhalb der Sternwarte gelegenen Vortragsraum. Mein Kollege Dr. Christian Theis berichtete über »Galaxien auf Kollisionskurs«. Dabei bewahrte sich die "Multimediaausstattung" des Hörsaals bei der Präsentation der Computeranimationen. Im Anschluß an den Vortrag gab es einen Sektempfang und eine Führung in der Sternwarte.

Ein besonderer Glücksfall ist es, daß die Herren Waller und Weitzel vom Fachbereich Elektrotechnik der FHS sehr an einem erfolgreichen Betrieb der Sternwarte interessiert sind. Prof. Gerhard Waller ist Leiter der neuen Sternwarte und inzwischen selbst GvA-Mitglied. Zusammen mit uns und einem eigens gebildeten Arbeitskreis sollen im vierten Quartal alle 14 Tage dienstags Beobachtungsabende in der neuen Sternwarte stattfinden, und auch Vorträge, bei denen die modernen Präsentationstechniken genutzt werden können, sollen in dem dortigen Hörsaal stattfinden (siehe Programm der Kieler GvA). Auch Videoübertragungen aus der Sternwarte direkt in den Hörsaal sollen in Zukunft möglich sein.

Damit nicht genug. Auch die Sternwarte Kronshagen befindet sich im Aufwind: Das Kieler GvA-Mitglied Prof. Wilfried de Decker hat uns und der Gemeinde Kronshagen ein neues Fernrohr, einen 20 cm Schiefspiegler, und einen Kuppelbau gestiftet. Neben dieser großzügigen Spende ist es auch der vielen Freizeitarbeit mehrerer GvA-Mitglieder zu verdanken, daß inzwischen auch die zweite Kronshagener Sternwarte einsatzbereit ist. Damit haben sich sowohl die Möglichkeiten der eigenen Beobachtungen der Amateurastronomen als auch das Angebot für die Öffentlichkeit beträchtlich erweitert.

Zusammen mit dem Kieler Planetarium, welches trotz nur geringer personeller Ausstattung durch das Engagement der aktiven Mitglieder ein beachtliches Programm auf die Beine stellt, ist die Kieler Gruppe der GvA die richtige Adresse, für alle, die sich in Kiel und Umgebung für Astronomie interessieren.

Natürlich hat die starke Orientierung in Richtung Öffentlichkeitsarbeit auch ihre Probleme, weil vielleicht Mitglieder, die stärker an richtigen Beobachtungsprogrammen interessiert sind, dabei zu kurz kommen. Kleinere Gruppen, die sich mit der Beobachtung von Sternbedeckungen durch Kleinplaneten oder der Astrofotografie beschäftigen, hat es zwar immer wieder gegeben. Ein längeres Eigenleben, wie die Sektionen in Hamburg, haben diese aber wegen der geringen Zahl der Interessierten nie gehabt. Höchstens für das Gebiet der CCD- und Videotechnik scheinen sich in letzter Zeit mehr und mehr Mitglieder zu interessieren. Aber die gestiegene Zahl von aktiven Mitgliedern und die neuen Beobachtungsmöglichkeiten werden vielleicht auch die amateurastronomischen Aktivitäten wieder erhöhen.


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Der Komet Hale-Bopp lockte viele Interessierte und das Fernsehen zu unseren Veranstaltungen
© Hubert Paulus


Ganz sicher ist dies ein sehr subjektiver Rückblick auf die Aktivitäten der Kieler Gruppe und ich habe bestimmt das ein oder andere wichtige Ereigniss oder Personen vergessen. Insgesamt befindet sich die Kieler Gruppe der GvA nach meinem Eindruck auf einem sehr erfolgreichen Weg, und wir haben die Hoffnung, daß gerade die neuen technischen Möglichkeiten dazu führen, daß noch mehr an der Himmelskunde Interessierte bei uns mitarbeiten wollen.

© Stefan Jordan, 1998



Die GvA-Gruppe Kiel ab 1998

Geschrieben von Mario Lehwald

Im August 1990 wurde ich auf eine Ausstellung im Schaufenster der Kieler Nachrichten vom Kieler Planetarium aufmerksam. Daneben hing ein aktueller Artikel in dem darauf hingewiesen wurde, daß zur Zeit abends der Komet Levy zu sehen ist, und daß die Kieler Gesellschaft für volkstümliche Astronomie abends im Schrevenpark Teleskope aufstellen wird. Von dieser Gesellschaft habe ich als Jugendlicher in den 80er Jahren schon oft in Zeitungsartikeln gelesen, z. B. kurz vor Finsternissen, die damals zu sehen waren.

Da ich zu dieser Zeit mit 21 Jahren schon ein (altes) Auto hatte, beschloss ich, einfach mal in den Schrevenpark zu fahren, und mir das mal anzusehen. Leider war es sehr dunstig und es konnte nur der Saturn beobachtet werden. Ich bekam mit, wie jemand von der Kieler GvA sagte, das hier im Herbst und Winter jeden 1. Mittwoch im Monat Beobachtungsabende stattfinden. Nur habe er kein Programm dabei, aber er heißt Stefan Jordan und man kann ihn gerne mal anrufen.

Das tat ich später Anfang Oktober 1990 auch und bat ihn um ein Programm. Ich erfuhr, daß Stefan Jordan Leiter der Kieler GvA-Gruppe ist, und das es neben den Beobachtungsabenden auch Vorträge im Hörsaal 101 der Fachhochschule gibt, die ich im Herbst / Winter 1990 und auch später regelmäßig besuchte. Weiterhin gab es im Frühjahr in Kronshagen auch sogenannte Klönschnacks, die zwar mehr für die Mitglieder gedacht waren, aber Gäste immer willkommen waren. Im Jahr 1991 wurde ich Mitglied der GvA.

So fing es an. Die Zeit der GvA-Kiel bis 1998 wurde oben in dem Artikel von Stefan Jordan behandelt. Ich werde jetzt über die weitere Zeit nach 1998 berichten. Im Jahr 1999 kündigte Stefan Jordan, unser langjähriger Leiter der GvA-Kiel an, daß er in absehbarer Zeit aus beruflichen Gründen wahrscheinlich aus Kiel weggehen wird. In einer neuen Wahl wurde Christoph Petermann, der schon seit einigen Jahren dabei war, für dieses Amt gewählt und nahm es an.

Mit dem Umzug von Stefan nach Süddeutschland fiel auch die Webseite der GvA-Kiel weg, die Stefan auf einem Uniserver unter Adresse http://www.astrophysik.uni-kiel.de/gva/gva.html abgelegt hatte. Unser neuer Leiter Christoph Petermann kümmerte sich um Speicherplatz auf einen anderen Webserver und richtete die Domäne www.gva-kiel.de ein. Ich machte mich daran, Texte und Bilder von den alten Seiten, die ich zum Glück noch gespeichert hatte, in ein neues Layout zu bringen und die Seiten mit eigenen Bildern zu ergänzen. So baute ich nach und nach neben meiner eigenen Webseite auch neue Webseiten für die Kieler GvA auf und übertrug diese auf den neuen Webserver.


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Die neue Webseite der Kieler GvA im Jahr 2000
© Mario Lehwald


Im Jahr 2000 ging auch unser sehr aktives Mitglied Torsten Rahn aus beruflichen Gründen aus Kiel weg. Torsten hatte seit 1995 das Programm der Kieler GvA gemacht und es damals von einer einfachen Terminliste in ein ansprechendes Layout gebracht. Die Erstellung des Programms wurde schließlich von Michael Hahn übernommen.

Im Jahr 2000 wurden unsere Vorträge vom Hörsaal 101 der Fachhochschule im Knooper Weg in den Raum der Sternwarte der neuen Fachhochschule auf das Ostufer verlegt. Auch hier gab es eine Menge interessanter Vorträge und Themen. Im Jahre 2003 konnte dieser Raum aber nicht mehr wie vorgesehen genutzt werden, und die Vorträge der GvA-Kiel wurden in das Astrokabinett bei der Sternwarte Kronshagen verlegt. Allerdings nahm die Besucherzahl deutlich ab und schließlich kamen fast nur noch Mitglieder. So machten wir aus den Vorträgen sogenannte Workshops, wo in lockerer Runde etwas vorgetragen oder gezeigt wurde.

Im Jahr 2004 wurde dank der Bemühungen der beiden Mitglieder Michael Hahn und Norbert Wendel der Astro-Stammtisch eingeführt. Dieser fand jeden vierten Mittwoch im Monat im Bürgerhaus Kronshagen statt. Er wurde von den Mitgliedern der GvA-Kiel dankbar angenommen und zu einem regelmäßigen und wichtigen Treffen.


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Beobachtung an der Sternwarte Kronshagen am 30. März 2005
© Mario Lehwald


Im Jahr 2005 teilte Michael mit, daß er das Programm der GvA-Kiel aus zeitlichen Gründen nicht mehr weitermachen konnte. Das Programm wurde eingestellt, nicht zuletzt wegen der Annahme, daß damit immer Kosten und Arbeit verbunden sind, aber durch diese Werbemaßnahme kaum mehr Besucher zu unseren Veranstaltungen gekommen sind.


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Der Weg zur Sternwarte Kronshagen am 13. Juli 2005
© Mario Lehwald


Ab Oktober 2005 wurden die Beobachtungsabende von Mittwoch auf den Freitag verlegt. Man versprach sich davon, daß eventuell mehr Besucher kommen würden, da es freitags auf das Wochenende zuginge und die meisten am nächsten Tag nicht arbeiten müssen. Die neue Regel lautete, daß an jedem Freitag im Winterhalbjahr ein Beobachtungsabend stattfindet, sofern es klar ist. Die Workshops wurden erstmal eingestellt, da wir mehr auf die praktische Astronomie setzen wollten.


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Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis am 03.10.2005
© Mario Lehwald


Im Sommer 2006 begannen am Gebäude der Schule in Kronshagen umfangreiche Baumaßnahmen, die bis zum Frühjahr 2007 andauerten. Daher gab es in der Wintersaison 2006 / 2007 keine öffentlichen Beobachtungsabende. Stattdessen gab es einige Treffen im Astrokabinett, z. B. kleine Astrofoto-Workshops.


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Baumaßnahmen am Schulgebäude in Kronshagen
hier am 23. Oktober 2006
© Mario Lehwald


Da ich allerdings vorher immer gerne Vorträge gehalten habe, drängte ich im Jahr 2007 dazu, auch wieder Vorträge oder Workshops anzubieten. Vor allem hatte ich viele interessante Themen, mit denen ich mich im Laufe der Zeit beschäftigt habe, als Powerpoint Präsentationen erstellt. Diese hätte ich auch gerne anderen gezeigt.

Dank der Bemühungen von Rainer Anton bekamen wir ab dem Herbst 2008 einen Raum im Biologiezentrum der Uni zur Verfügung gestellt. Wir trafen uns dort einmal im Monat an einem Mittwochabend. Das ganze wurde Themenabend genannt, wobei ein Sternfreund etwas vortrug oder Bilder zeigte. Allerdings war das nur intern für uns, für öffentliche Vorträge durfte der Raum nicht genutzt werden.


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Themenabend im November 2008
© Mario Lehwald


Am 30. Januar 2009 wurde im Astrokabinett unsere Teilnahme an dem Projekt "Sterne über Kiel" besprochen. Dieses Projekt enstand zum internationalen Astronomiejahr 2009 in Zusammenarbeit mit der Stadt Kiel und drei Hochschulen. Dazu bekamen wir auch Besuch. Hubert Paulus zeigte viele seiner Modelle und es wurde auch viel fotografiert.


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Der 30. Januar 2009 im Astrokabinett
© Mario Lehwald


Im Jahr 2009 fiel uns auf, daß bei den Beobachtungsabenden, die ja nun immer freitags stattfanden, nicht mehr Besucher kamen wie an den früheren Mittwochsterminen. Es wurde vermutet, daß am Freitag Abend viele etwas anderes unternehmen und daher keine Zeit haben, zu den Beobachtungsabenden zu kommen. Wir entschlossen uns, die Beobachtungsabende wieder auf den Mittwochstermin zu setzen, was wir mit Beginn der Astrosaison im Oktober 2009 taten. Der Astrostammtisch wurde auf den vierten Donnerstag im Monat verlegt.

Zunächst galt, daß der Beobachtungsabend nur bei klarem Himmel stattfindet. Bei bedecktem Himmel ist lediglich jemand an der Sternwarte, der dazu eingeteilt ist, falls doch Besucher kommen sollten. Aber ist es nicht sinnvoller, sich jeden Mittwoch zu treffen, egal bei welchem Wetter? So beschlossen wir uns ab Januar 2010 jeden Mittwochabend um 20 Uhr an der Sternwarte Kronshagen zu treffen. Fall es bewölkt ist, gibt es einen Klönschnackabend im Astrokabinett, wo Hubert Paulus z. B. den aktuellen Sternenhimmel in seinem Planetarium zeigt, anliegende Dinge besprochen oder Kurzvorträge gehalten werden. Seitdem heißt es nicht mehr Beobachtungsabend, sondern Astronomieabend.


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Astronomieabend am 19. Januar 2011 im Astrokabinett
© Mario Lehwald


Unser langjähriger Leiter der Kieler GvA Gruppe, Christoph Petermann, kündigte im Januar 2010 an, daß er dieses Amt aus zeitlichen Gründen nicht mehr weiterführen kann. Da die GvA-Kiel nur eine Ortsgruppe der GvA-Hamburg ist, bräuchten wir eigentlich auch keinen richtigen Vorsitzenden, sondern lediglich einen Organisator und Ansprechpartner. Dieses Amt übernahm Hubert Paulus.

Im Januar 2010 bekamen wir für die Sternwarte 2 ein neues Teleskop: Ein 12-Zoll Meade ACF-SC mit 30,5 cm freier Öffnung und 305 cm Brennweite (f/10) sowie eine Montierung Alt-7-AD mit FS-2-Steuerung. Dieses stammte vom Bestand der GvA-Hamburg aus der Außensternwarte bei Handeloh. Der 20 cm Schiefspiegler aus der Sternwarte 2 wurde im Mai 2010 verkauft.

Da das neue Teleskop wesentlich kürzer als das alte war, gab es nun ein Problem. Der Einblick in das Okular war viel zu hoch! Man bräuchte eine hohe Leiter, und das nachts im Dunkeln mit Besuchern... Nach einigem Überlegen wurde beschlossen, den Fußboden der Sternwarte 2 um knapp 1,4 Meter zu erhöhen. In mühevoller Arbeit wurde von Reinhard ein stabiles 1,4 Meter hohes Holzgerüst mit einer kleinen Treppe an der Seite gebaut, auf dem ein Boden aus Holz gelegt wurde. Anfang November 2010 war dieser in die Sternwarte 2 eingebaut.


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Probeweises Aufsetzen des neuen Teleskops für die Sternwarte 2
auf die Montierung am 31. März 2010 im Astrokabinett
© Mario Lehwald


Anschließend konnte im Januar 2011 das neue Teleskop und die neue Montierung in die Sternwarte 2 eingebaut werden. Das First Light war erfolgreich, aber es mußten noch einige Justierungen vorgenommen werden, und weil sie gerade im Angebot waren, wurden gleich neue Okulare bestellt. Auf internen Beobachtungsabenden im April 2011 sahen wir uns den Mond, einige Kugelsternhaufen und den Saturn an. Die Bildqualität und -schärfe war umwerfend.

Seit Januar 2011 gibt es einen Flyer im PDF-Format, den ich in der Grundform im Jahr 2010 erstellt habe und dessen weitere Bearbeitung Hubert Paulus übernommen hat. In diesem Flyer wird die GvA Gruppe Kiel und die Sternwarte Kronshagen kurz vorgestellt und auf die öffentlichen Veranstaltungen wie die Astronomieabende und Stammtische hingewiesen. Man kann ihn hier herunterladen.

So konnte das neue Teleskop in der Sternwarte 2 ab Oktober 2011 bei den Astronomieabenden offiziell genutzt werden. Neben den regulären Treffen am Mittwoch gab es auch einige Treffen außerhalb dieses Termins, an dem der Himmel klar war. Dieses wurde nachmittags über unseren Emailverteiler angekündigt. Am 23. März 2012 gab es z. B. solch ein Treffen. Hier konnte ich im Teleskop der Sternwarte 2 den Doppelstern Zeta Cancris deutlich getrennt sehen, obwohl die beiden Sterne nur 0,8 Bogensekunden auseinander stehen! Dies zeigte deutlich, zu was das neue Teleskop in der Lage ist. Auch der Begleiter des Sterns Sirius konnte zeitweise gesehen werden.


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Preisverleihung Professor Miethke Förderpreis
am 22. November 2013 im Schulzentrum Kronshagen
© Mario Lehwald


Im Sommer 2013 schrieb die Schleswig-Holsteinische Universitäts-Gesellschaft (SHUG) zum fünften Mal den Professor Miethke-Förderpreis aus. Das Thema lautete "Der Himmel über Kiel - Projekte zu Astronomie und Meteorologie". Wir von der GvA-Kiel beschlossen uns zu bewerben. Dazu wurde ein 10 Seiten langer Text mit Bildern und Ergebnissen unserer Aktivitäten aus dem Bereich der praktischen Astronomie verfaßt und die Endversion bei der SHUG eingereicht. Am 20. Oktober 2013 teilte Hubert Paulus uns die überraschende Nachricht mit, daß wir den Professor Miethke-Förderpreis gewonnen haben! Die Preisverleihung fand am 22. November 2013 im Schulzentrum Kronshagen statt. Anschließend wurde das Astrokabinett und die Sternwarten gezeigt. Als Abschluß gab es abends noch ein Nachtreffen in einer nahegelegenen Pizzeria.

Im Januar 2014 wurde nach vorheriger Abstimmung ein Sonnnenteleskop von Lunt mit 80 Millimeter Öffnung angeschafft. Nachdem es anscheinend nicht ganz in Ordnung war, wurde es zurückgeschickt und von der Firma Lunt gegen ein anderes gleichen Typs getauscht. Dies war hervorragend und die ersten Beobachtungen starteten umgehend im März 2014.

Zum Astronomietag am 5. April 2014 sollte das neue Sonnenteleskop offiziell eingeweiht werden. Leider war es an diesem Tag komplett bedeckt mit tiefer Bewölkung und so wurde es nichts mit der Sonnenbeobachtung. Erst nach Ende der Veranstaltung klarte der Himmel am Abend kurzzeitig auf.


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Astronomietag am 5. April 2014
© Mario Lehwald


Im Frühjahr 2014 wurde beschlossen, das Norddeutsche Astrofotreffen (NAFT) mal wieder nach Kiel zu holen. So fand das NAFT am 4. Oktober 2014 in der Gemeinschaftsschule Kronshagen statt.


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© Carsten Jonas


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Das NAFT am 4. Oktober 2014 in Kronshagen
© Mario Lehwald


Anfang 2015 wurde von Mitgliedern der GvA-Kiel das traditionelle Aschberg Frühjahrs Teleskoptreffen nach zweijähriger Pause durch den Bau der Globetrotter-Lodge auf dem Aschberg in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung der Globetrotter-Lodge wieder neu belebt.

Im Jahr 2016 wurde beschlossen, daß sich die GvA Gruppe Kiel einen großen Dobson anschafft. Für dieses Projekt konnte jeder mit einer Spende beitragen. Daneben wurden auch andere Sponsoren gefunden. Die Wahl fiel schließlich auf einen 20 Zoll Spiegel f = 3.6 mit 1774 Millimetern Brennweite. Der Vorteil ist, daß der Dobson auch bei zenitnaher Stellung kurz genug ist, um keine Leiter für den Einblick zu benötigen. Im Juli 2017 wurde der Dobson geliefert und es gab das First Light. Objekte wie der Kugelsternhaufen M 13 waren recht imposant, aber es waren noch weitere Verbesserungen an der Justage der Spiegel nötig, um wirklich alles herauszuholen. Der neue Dobson kann von jedem Mitglied der Kieler GvA zum Beobachten ausgeliehen werden und soll auch auf den Beobachtungsabenden an der Sternwarte Kronshagen zum Einsatz kommen.


© Mario Lehwald




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